Massagen - Wie wirken sie auf unser Immunsystem?

Massagen - Wie wirken sie auf unser Immunsystem?

Massagen sorgen für eine Entspannung der Muskulatur, heben darüber hinaus unsere Stimmung, können Schmerzen lindern und zur Regeneration bei Verletzungen beitragen. Doch nicht nur das: Untersuchungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass Massagen auch positiv auf die Körperabwehr wirken, indem überschießende Reaktionen gebändigt und geschädigte Systeme (z.B. bei Krebspatienten) aktiviert werden.

Massage kann dort helfen, wo Schmerzmittel versagen. Sie lockert verspannte Muskeln und wirkt sich positiv auf den Heilungsprozess nach Verletzungen aus. Sie fördert außerdem den Blutfluss, die Beweglichkeit und wirkt Entzündungen entgegen. Auf diesen vielfältigen Effekten beruht die schmerzlindernde Wirkung. Besonders bei Traumata, bei denen mangelnde Durchblutung eine große Rolle spielt, kann die Massagetherapie helfen. Nach Durchführung einer Massage fanden sich außerdem erhöhte Immunglobulin A-Werte im Speichel von Testpersonen.

Eine brasilianische Gruppe von Kinderärzten aus Porto Alegre beobachtete sogar eine positive Wirkung von Massageeinheiten bei Frühchen. So wurden weniger Sepsisfälle und generell kürzere Klinikaufenthalte bei Neugeborenen beobachtet, die eine sanfte Massage bekamen.

 


Doch wie wirken Massagen bei gesunden Probanden?


Bereits 1997 konnten Forscher eine Zunahme von Leukozyten, Monozyten sowie Mastzellen nach einer Massage nachweisen. Diese Erkenntnis deutet darauf hin, dass Massage gegen ein überschießendes Immunsystem, wie es etwa bei Allergien der Fall ist, wirkt.

Bei nahezu allen Untersuchungen half Massage gegen Angststörungen und depressiven Verstimmungen. Bei Jugendlichen konnte die Massagetherapie sogar ein übergroßes Aggressionspotential lindern, und das um ein vielfaches besser als reine Entspannungsübungen. Des Weiteren konnte eine heilende Wirkung bei Burn-Out, Asthma und Migräne nachgewiesen werden.

Warum wirkt Massage?

Rezeptoren der Haut führen bei Berührung zur Freisetzung von Oxytocin, dem „Sympathie-Hormon“, das z.B. bei der Mutter-Kind-Bindung eine große Rolle spielt. Dies gilt auch für die Massagetherapie. Studien zeigten eine höhere Serotonin- und Dopaminkonzentration, während der Kortisolspiegel nach der Massage eher abnahm. Dies beeinflusst einerseits die Wahrnehmung von Schmerzen und unterdrückt andererseits depressive Stimmungslagen. Bei Testpersonen mit Muskelverletzungen wurden nach einer 10-minütigen Massage erwiesenermaßen Stoffwechselwege aktiviert, die dem mechanischen Stress der Muskulatur entgegenwirkten.

Neue Zellkraftwerke durch Massage

Über Rezeptoren in der Muskulatur bewirkt die Massage die Reduktion von Entzündungsmarkern in den Zellen. In der Folge nimmt die Konzentration von „Heat Shock Proteinen“ ab, die Stress im Gewebe anzeigen. Molekulare Botenstoffe regen gleichzeitig die Zelle an, neue Mitochondrien zu bauen - Energiekraftwerke für die Regeneration von Verletzungsschäden.

Massagetherapie sorgt also nicht nur für Entspannung, sondern macht auch unsere körpereigene Abwehr fit.

Quellen

Vgl. Dr. Erich Lederer, Freier Medizinjournalist: „Massagetherapie – Wirkung auf das Immunsystem“ Quelle: Physiotherapie in Theorie und Praxis, Nr. 2 Februar 2013

Hinweis: Dieser Blogeintrag soll nur erste Hinweise geben und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Obwohl er mit großer Sorgfalt erstellt wurde, kann keine Haftung für die inhaltliche Richtigkeit übernommen werden.